«Konnte es kaum glauben»: Lea Brühwiler aus Wilen gewinnt WM-Bronze
Anja Kündig
10.08.2026
Auf internationaler Bühne Erfolge feiern, können nicht alle. Lea Brühwiler aus Wilen bei Wil schon. Denn erst kürzlich hat die 15-Jährige mit der U18-Faustball-Nationalmannschaft Bronze gewonnen. Dies nicht nur an irgendeinem Turnier, sondern an der U18-Weltmeisterschaft vor heimischem Publikum. Vom 23. bis 26. Juli stand Lea als Hauptangreiferin des Schweizer Teams auf dem Spielfeld. Auch sonst ist sie viel auf dem Sportplatz anzutreffen und bald auch auf der Gemeindeverwaltung.
2021 hat Lea den Sprung in die Faustballszene gewagt. «Wir haben ein Spiel meines Cousins im Ägelseegeschaut. Danach wollte ich unbedingt auch Faustball spielen», sagt Lea. Mittlerweile ist die Angreiferin der Faustballgemeinschaft Rickenbach-Wilen mit ihrem Team sowohl in der Halle als auch auf dem Feld nach jeweils nur einer Saison in der 1. Liga in die Nationalliga B aufgestiegen.
Als Teil der Thurgauer Auswahl durfte Lea auch schon zweimal am Jugendeuropapokal teilnehmen. Den Sprung ins U18-Nationalkader hat sie in diesem Jahr zum ersten Mal geschafft. «Mein Ziel ist es, nach der U18 und U21 den Sprung ins A-Kader zu schaffen», sagt die Wilenerin. Dafür trainiert Lea zwei- bis dreimal wöchentlich mit Ball und zahlreiche Stunden im Kraftraum. Sie sagt: «Faustball ist alles für mich.»
WM-Bronze vor Schweizer Publikum
Nach einer durchzogenen Vorrunde traf das Schweizer Team im Viertelfinal am Samstag in Reiden erstmals auf Chile und sicherte sich mit einem 3:0-Sieg den Einzug ins Halbfinale gegen Deutschland. Nach einer 0:3-Niederlage erfolgte dann der Einzug in den kleinen Final um Bronze gegen Brasilien, der am Sonntag ausgetragen wurde. Brasilien entschied die ersten beiden Sätze für sich. Lea sagt: «Wir mussten nochmal richtig Gas geben und Punkte suchen.» Die Schweizerinnen zeigten im dritten und vierten Satz ein überzeugenderes Spiel und konnten so den Rückstand ausgleichen. Der Entscheidungssatz war dann bis zum Schluss sehr ausgeglichen. Lea meint:
«Als Schlägerin ist der Druck nochmal höher. Ich wusste, dass ich mir keinen Fehler mehr erlauben darf.»
Beim Spielstand von 10:10 verletzte sich dann Lina Berther, die zweite Vorderfrau der Schweizerinnen. «Wir haben alle gedacht: Jetzt ist es vorbei», sagt Lea. Doch der Wechsel glückte. «Lena hat souverän ins Spiel gefunden. Jetzt lag es nochmal am ganzen Team, das Spiel zu wenden», meint Lea. Und auch die zahlreichen Schweizer Fans auf der Tribüne feuerten das junge, grösstenteils unerfahrene Team noch einmal richtig an. Nach 100 Spielminuten erzielte die RiWianerinschliesslich den Siegespunkt. Lea sagt: «Ich konnte es kaum glauben.»
Start in ein neues Kapitel
Steht Lea nicht gerade auf dem Faustballplatz, ist sie vermutlich am Hackbrett zu finden. Die Musik gibt ihr viel. Ab und zu spielt sie auch Konzerte. Lea sagt: «Bisher habe ich wöchentlich Stunden genommen. Mit dem Start meiner Lehre wird das vermutlich etwas schwieriger.» Trotz der Umstellung mit den neuen Arbeits- und Schulzeiten freut sich die 15-Jährige auf das neue Kapitel.
Am 10. August startet Lea mit ihrer dreijährigen Lehrzeit bei der Gemeinde Rickenbach. Begleitend zur Ausbildung zur Kauffrau absolviert sie die Berufsmaturitätsschule in Weinfelden. Vielleicht bleibe ihr zwar etwas weniger Freizeit, aber sicherlich noch ausreichend für ihre Hobbys. Immerhin wohnt sie mit ihrer Familie in Wilen bei Wil nur unweit vom Sportplatz und dem neuen Arbeitsort entfernt. Lea sagt: «Ich bin gespannt und freue mich auf etwas Neues.»





